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SATOWER NARRENBLATT

11.05.2006
Satowia/SN.

Du kommst hier net rein!
Einbürgerungstest in Satowia

Die Euphorie war groß, als die umliegenden Ortschaften in das Großreich Satowia aufgenommen wurden. Die Fremden wurden herzlich als Satowiten begrüßt und die Alteingesessenen sahen gern über so manche Eigenart der »Neuen« hinweg.
Inzwischen hat sich Ernüchterung breitgemacht. Denn die prosperierende Metropole lockt viele an. Der ungehinderte Zuzug brachte neue Chancen, aber auch bisher unbekannte Probleme. Plötzlich gibt es in der Gemeinde Bürger, die alte Sitten und Bräuche hinterfragen. »Müssen wir jedes Jahr Karneval feiern?«, »Muß Kuhscheiße wirklich so stinken?«
und »Wo bleibt eigentlich das Satower Spaßbad?«
Eine unerfreuliche Entwicklung.
Alle Versuche, das Satower Land unattraktiver zu machen, scheiterten bislang. So haben fleißige Gemeindearbeiter in mühevoller Handarbeit die Wege auf dem Jägerberg unpassierbar gemacht, Kinder müssen jetzt ganztags in der Schule sitzen, die Zufahrt zur Autobahn wurde gesperrt.
Alles vergebens.

Also beschlossen die Dorfältesten auf ihrer letzten Ratsversammlung, einen Schritt weiterzugehen: »Wer drin ist, ist drin. Aber wer noch reinkommt, bestimmen wir!« Für Zuzugswillige ist ein Einbürgerungstest künftig Pflicht. Dazu gehört ein Fragebogen mit kniffligen Aufgaben. »Wann erhielt Satow seinen heutigen Namen?«, »Welche Prinzessin regierte den 5. Satower Karneval?«, »Wie viele Hexen wohnen auf dem Hexenberg?« und »Wo sind meine Hosen beim letzten Fasching abgeblieben?« sind noch die leichtesten unter ihnen. Wer den theoretischen Teil der Prüfung bestanden hat, darf weitermachen. Elf Runden um den See, anschließend elf Runden durch den See, elf Strophen »Jetzt fahr'n wir über'n See« und für die Prüfungskommission elf Runden Bier im Seeblick. Und immer kräftig mittrinken! So mancher Muselmann muß hier schon die Waffen strecken. Dazu ein saftiges Eisbein – wem das nicht koscher ist, der muß draußenbleiben! Mit einem »Ich schwöre dem Prinzenpaar närrische Treue« ist dann auch schon die letzte Hürde auf dem Weg zum Satowiten genommen.

»Die Prüfungen sind hart aber fair«, zeigt sich die Einwanderungsbeauftragte Dörte Tau überrascht ob der lautstarken Kritik aus dem Umland. »Beim Probedurchlauf am Stammtisch hat alles prima geklappt.«
Der einheimische Wanderbarde und P-Promi Sven K. ist wie üblich anderer Meinung: »Das ist ja schlimmer als das große Aluminium. Ein Glück, daß ich ein Satower bin!«

Dem ist nichts hinzuzufügen.
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Satower Karneval-Verein SATOWIA e.V.
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