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08.11.2009
WWW/Satow/SN.

Twitter hat's gewußt
Eklat bei Bürgermeisterwahl in Satow

Reichskristallnacht, Mauerfall, Verabschiedung des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung - der 9. November hat historisch gesehen einiges zu bieten. Da wollte Satow mit der Bürgermeisterwahl noch eins draufsetzen. Dann hätte man diese allerdings schon vor einem Jahr ansetzen müssen. Das war leider nicht die einzige Panne.

Das Web 2.0 füllt nicht nur bei den Kiddies die Lücke, in denen es sich früher Gott oder die Partei gemütlich gemacht haben. Auch technikaffine Mittdreißiger und selbst Silver Surfer sollen schon bei Facebook & Co. gesichtet worden sein. Knaben glauben Youtube und nicht der Tagesschau, Mädchen vertrauen Twitter mehr als »Bravo Girl«. Und eben Twitter sorgte jetzt erneut für einen Eklat. Bereits am gestrigen Sonnabend konnte man bei depp25, der sich schon bei der Bundestagswahl als zuverlässiges Orakel erwiesen hatte, erfahren, wer neuer Bürgermeister in der schönsten Gemeinde rund um den Satower See wird.

Mittlerweile wurde der Account unseres Informanten depp25 auf Zensursulas Druck gelöscht.Und nun stellt sich natürlich mancher die Frage, ob diese Vorabmeldung letztlich erst zum bekannten ausgezählten Ergebnis geführt hat. Ein Paradoxon mit dem Potential, jeden, der versucht es zu lösen, in den Wahnsinn oder zumindest in den Ruin zu treiben, wenn er darüber seine Arbeit vernachlässigt oder vergißt, sich regelmäßig auf dem Arbeitsamt zu melden und deshalb folgerichtig mit einer Sperre belegt wird. Das wissen neben dem Wahlsieger offenbar auch die unterlegenen Kandidaten. Denn wir konnten trotz intensiven Telefonterrors bisher keinen Lokalpolitiker zu einer Stellungnahme bewegen.
Familienministerin Ursula »Zensursula« von der Leyen hingegen rief gleich mehrmals bei uns an und war wie immer gern bereit, ihre Meinung zu Dingen, von denen sie überhaupt keinen blassen Schimmer hat, kundzutun: »Dieses ganze Internet gehört abgeschafft oder wenigstens hinter Gitter!« Dabei fuchtelte sie ständig mit einem ihrer Stopschilder herum, die sie nach der Wahl erstmal in der Schublade verschwinden lassen mußte.

Wer meint, das hätten wir doch gar nicht sehen können, es sei denn, sie hätte via Skype angerufen, wovon hier aber gar nichts geschrieben wurde, kann sich ja selbst mal eine Geschichte ausdenken, die zumindest ein bißchen lustig ist und dabei ganz ohne logische Schwächen daherkommt. Das schafft noch nicht einmal das Steuerkonzept der neuen Bundesregierung, das, nebenbei bemerkt, auch überhaupt nicht witzig ist.
ski


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